Werter Interessent historischer Lederwaren,

Aus Interesse am amerikanischen Bürgerkrieg und im speziellen der Kavallerie begann ich bereits im Alter von 16 Jahren die ersten Ausrüstungsgegenstände aus Leder zu fertigen. Im Laufe der Zeit habe ich durch intensives Studium verschiedenster Quellen einen immer tieferen Einblick in die Ausrüstung der amerikanischen Armee bekommen. Dabei habe ich einen sehr ausgeprägten Sinn für das Detail und die Authentizität entwickelt, der sich in meinen Arbeiten wiederspiegelt. In all meinen Arbeiten habe ich immer versucht, das Original so genau wie möglich zu kopieren. Authentizität sowohl in Form als auch in Materialien ist mir ein großes Anliegen. Mittlerweile habe ich eine Vielzahl von Quellen über Informationen und Materialien erschlossen, die mir dieses ermöglichen.

Die Sättel und Zaumzeuge die ich baue sind weitestgehend nach Originalvorlagen gefertigt. Die Maße für Trensen, Halfter etc. sind entweder aus dem „Ordnance Manual 1861“, „Ordnance Memoranda No. 18“, „Ordnance Memoranda No. 29“ oder von Originalen entnommen und sind somit originalgetreu.

Die Sattelbäume beziehe ich aus den USA. Der McClellan ist in weiter Kammer und Originalmaßen (kopiert von einem Original in meiner Sammlung) lieferbar.

Die Beschläge (Schnallen, Ringe usw.), die ich verwende sind weitestgehend originalgetreue Nachbildungen der damals verwendeten Beschläge. Für die Bürgerkriegsausrüstungen für Mannschaften (Trensen, Halfter, Sättel etc.) verwende ich schwarzlackierte Eisenbeschläge, wie im Original. Die Dragonertrense und die 1874-Trense fertige ich mit originalgetreuen Messingschnallen. Bei allen anderen Arbeiten benutzte ich entsprechend der Vorlagen Messing- oder Eisenbeschläge.
Das Leder ist nur auf der Narbenseite gefärbt, wie im im Original. Dafür wird das Leder mit Soda und Blauholzextrakt gebeizt und danach mit Eisenschwärze geschwärzt.

Für die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände verwende ich unterschiedliches Leder ganz wie im 19. Jahrhundert. So fertige ich z.B. die Trensen und auch Brustriemen aus ca. 3 mm starkem Zaumleder, da dies auch die Stärke der Originale war. Ich verwende nicht nur durchweg dickes Geschirrleder wie andere Hersteller, da dieses nicht dem Original entspricht. Halfter, Bauchgurte, Steigbügelriemen fertige ich aus ca. 4-5 mm starkem Geschirrleder, wie im Original.

Bis auf wenige Ausnahmen wie z. B. Satteltaschen (bei denen ich den Körper mit der Maschine nähe) sind sämtliche Nähte nach alter Sattlertechnik mit zwei Nadeln und einem gepechten Faden per Hand genäht.

Hierzu verwende ich historisch korrektes ungebleichtes, drei- oder vierlagiges Leinengarn.

Dieses Garn behandele ich mit einem von mir eigens hergestellten Pech, dessen Rezeptur bestehend aus Pech, Kolofonium, Bienenwachs und Rindertalg aus dem „Ordnance Manual“ stammt. Dies konserviert den Faden, erhöht damit seine Festigkeit.

Mit diesem gepechten Garn und einem Stichabstand von acht Stichen auf einem Zoll entsprechen selbst die Nähte der Vorschrift von 1861.

Die von mir verwendeten Nieten sind originalgetreue Kupfernieten mit Unterlegscheibe – keine modernen Blechhohlnieten.

Normalerweise stempele ich meine Arbeiten mit meinem Stempel. J.H.Berger der in Größe und Schriftzug einem zeitgenössischen von C. Peters nachempfunden ist. Diesen Herstellerstempel wird für gewöhnlich an weniger sichtbaren bzw. den korrekten Stellen angebracht wie z.B. Innendeckeln von Zündhütchen- und Patronentaschen. Sollten Sie diesen Stempel partout nichthaben wollen, geben Sie dies bitte bei der Bestellung an!

Bedingt durch meine Erfahrungen mit Leder, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, bin ich in der Lage auch speziellen Anfertigungswünschen wie z. B. besondere Patronentaschen, Holster, Koppel etc. nachzukommen.

Ebenfalls kann ich auch nach entsprechenden Vorlagen Lederteile aus anderen Epochen fertigen.

Aufgrund des Mangels an gutem authentischen Schuhwerk habe ich vor einiger Zeit mit Hilfe eines Schuhmachers begonnen selbst historisch korrektes Schuhwerk zu fertigen. Hierbei liegt großes Augenmerk auf der Leistenform (gerader Leisten, flach auslaufende Form), der authentischen Sohlenform und der Verarbeitung. So sind sämtliche holzgenagelten Schuhe die ich fertige mit einem Holznagelabstand von 5 mm versehen; nicht größer, wie häufig bei billigen Reproduktionen.

Rahmengenähte Schuhe kann ich ebenfalls fertigen. Diese sind von den offiziellen Stellen bevorzugt worden, jedoch mußte aus Mangel auf die billigeren maschinengenähten oder holzgenagelten zurückgegriffen werden.

Die Brogans werden mit der Fleischseite nach außen gefertigt,und mit einem authentischen Wachsfinish versehen , welches auf Glanz poliert werden kann.

Als Lederschwärze empfehle ich Bienenwachs, Beinschwarz und Talg in gleichen Teilen gemischt (altes Rezept aus dem Bürgerkrieg). Achtung! Färbt ab!

Standartmäßig versehe ich die Schuhe mit Absatzeisen. Auf Wunsch kann ich auch die Sohle mit Koppnägeln beschlagen. Dies scheint im Bürgerkrieg zwar seltener vorgekommen zu sein, da ich bisher nur wenige Abbildungen von genagelten Sohlen aus dem C.W. gesehen habe, es erhöht aber

a) die Lebensdauer der Sohle und

b) die Trittsicherheit im Gelände.

Bei Interesse bitte Maßblatt anfordern.

Jan Henrik Berger • Bentingstr. 10 • D-49477 Ibbenbüren • Phone +49 (0) 5451 / 742 95 • Fax +49 (0) 5451 / 896 331 • eMail: J.H.Berger@lederarsenal.com