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Lederarten

Da die zeitgenössischen Bezeichnungen unterschiedlicher Ledersorten von den heutigen abweichen, führe ich hier einige Erklärungen auf. Dabei orientiere ich mich an den historischen Begriffen und beschreibe das nächstliegende Pendant der Gegenwart. Viele zeitgenössische Lederarten sind heute nicht mehr erhältlich oder nur in anderer Form, z.b. rein eichenlohgegerbtes Leder, welches von der US Army für sämtliche Lederartikel vorgeschrieben war . Dieses in Gruben gegerbte Leder ist heute nur noch als Sohlenleder erhältlich. Das von mir verwendete Leder ist Rindsleder.

1. bridle leather (Zaumleder) = vegetabil ( pflanzlich kombiniert mit synthetischen Gerbstoffen) gegerbtes Blankleder zwischen 2,5 und 3,5mm stark.

2. harness leather (Geschirrleder) = wie oben nur ab 4mm Stärke
.
3. waxed flesh/upper leather (gewachstes Leder) = Blankleder dessen Fleischseite gefärbt und gewachst wird. Der Begriff "upper leather" stammt daher, daß diese Art Leder (auf der Fleischseite gefärbt und gewachst) für Schuh- und Stiefelschäfte als Oberleder benutzt wurde.

4. buff leather (Sämischleder) = In einer Öl-/Trangerbung mit Dorschtran gegerbtes, sehr geschmeidiges und haltbares Leder dessen Narben abgestoßen/ geschliffen ( engl. buffing) ist. Dieses Leder hat einen gelblicheren Farbton als Blankleder.

5. sole leather (Sohlenleder) = eichenlohgegerbtes sehr festes Leder für Schuhsohlen, damals auch teilweise für Bauchgurte konföderierter Sättel verwendet.

Sämischleder war 1861 „das“ bevorzugte Leder der US Army für Koppel und Patronentaschenriemen. Da die Herstellung dieses Leders damals wie heute sehr langwierig und kostspielig war, mußte die US Regierung am Anfang des Krieges auf Material zurückgreifen, welches einfacher zu bekommen war, deshalb wurde erlaubt auf waxed flesh/upper leather zurückzugreifen. Koppel und Riemen aus diesem Leder sind vor allem 1862, aber auch in kleineren Mengen bis 1864, gefertigt worden. Ab 1863 wurde dann auch bridleleather/Zaumleder benutzt. Ab 1864 stand dann wieder genügend sämischgares Leder zur Verfügung, was das Vorhandensein von Sämischlederkoppeln mit brass keeper erklärt. Brass beltkeeper wurden erst Ende1863 eingeführt und kamen erst 1864 verstärkt zum Einsatz!

Sämischleder aus Rindshäuten ist heute extrem schwer zu bekommen.

Deshalb freue ich mich um so mehr, dass ich eine der letzten Gerbereien ausfindig machen konnte, die dieses Leder noch/wieder produzieren.

Somit kann ich auch frühe Koppel in höchstmöglicher Authentizität anbieten.